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Englisch-LRS

Gibt es eine Englisch-LRS?

  Oftmals haben Kinder und Jugendliche mit einer LRS oder Legasthenie auch Schwierigkeiten mit der Fremdsprache Englisch. Doch bisher gibt es keine Anhaltspunkte für das Vorhandensein einer speziellen LRS nur in Englisch. Treten Schwierigkeiten in der Fremdsprache auf, ist auf alle Fälle die Muttersprache beeinträchtigt und die muttersprachlichen Kompetenzen müssen gefördert und gefestigt werden.  

Warum haben so viele Kinder und Jugendliche Schwierigkeiten in Englisch?

  Die deutsche Sprache besitzt mit den Umlauten und dem ß insgesmt 30 Buchstaben, aus denen 40 Laute oder Phoneme gebildet werden, 15 Vokalphoneme und 25 Konsonantenphoneme. Dagegen besitzt das Englische 44 Phoneme, 20 Vokal- und 24 Konsonantenphoneme. Obwohl es nur vier Phoneme mehr sind als im Deutschen, besteht die Schwierigkeit im Besonderen darin, dass diese 44 Phoneme auf ca. 1100 verschiedene Arten verschriftet werden können, d. h. die Phonem-Graphem-Korrespondenz ist nicht immer eindeutig wie im Deutschen. Die deutsche Lautierung, die sehr unsicher beherrscht wird, dient kaum als Anhaltspunkt für die Richtigschreibung. Daher stehen die Kinder dem Englisch-Lernen oft hilflos gegenüber, da Regelhaftigkeiten nicht erkannt werden können und sie beginnen zu raten, wie das Wort wohl geschrieben werden könnte.

Beispiel:
Das [i:] kann auf verschidene Arten verschriftet werden, als

  • [ea] wie in teacher,

  • [ee] wie in tree,

  • [ie] wie in thief,

  • [e] wie in venus,

  • [ei] wie in receive,

  • [y] wie in happy,

  • [u] wie in busy,

  • [ey] wie in key und

  • [eo] wie in people.


Englische "homophones"
Gleiche Aussprache, unterschiedliche Bedeutung, z. B.

  • their - there - they're

  • air - heir

  • son - sun

  • threw - through

  • right - write - ride

  • heal - he'll - heel


  Es gibt noch weitere Stoplersteine beim Lernen der englischen Sprache, doch diese Beispiele sollen verdeutlichen, wie schwer es für Kinder mit Legasthenie oder LRS gerade im ersten Lernjahr sein kann. Die Freude am Fach Englisch, der Fremsprache, die in der Grundschule spielerisch vermittelt wurde, ist bis Weihnachten verflogen, wenn die ersten schlechten Noten die Kinder entmutigen.

Englisch-Förderung

   Die Förderung in der Fremdsprache Englisch erfolgt einzeln oder in Kleingruppen. Gegenstand der Förderung ist die Erarbeitung der Schreibweise der einzelnen englischen Laute anhand schon bekannter Wörter. Das Ziel dieses Trainings ist dabei, eine Regelstruktur erkennbar werden zu lassen, nach der die Kinder und Jugendlichen zuverlässig erkennen können, wie das Wort geschrieben werden kann. Besondere Inhalte der englischen Grammatik werden wiederholt und gefestigt. Relgelmäßig erfolgt anhand mitgebrachter Schülerarbeiten die notwendige Kontrolle des Gelernten.

   In der Englisch-Förderung kann nur ansatzweise curricular gearbeitet werden, d. h. in erster Linie werden grammatikalische Grundkenntnisse wiederholt und automatisiert, bevor am im Moment in der Schule behandelten Stoff gearbeitet werden kann.

   Die Erfahrung zeigt, dass sich ein früher Beginn der Englisch-Förderung (ab Beginn der 5. Klasse) bei Kindern mit Legasthenie und LRS günstig auf das Lernen der Fremdsprache auswirkt.


 
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